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Homa und Hopa
von Werner Zahn

Hier zwei kleine lustige Geschichten zu Weihnachten. Der Text ist nicht in reinem Lippischen Platt verfasst, greift aber viele Vokabeln auf, die sicherlich auch noch vielen bekannt sind.
Eine Liste dieser Vokabeln finden Sie hier.
Eine grafische darstellung beider Geschichten finden Sie hier.

Zur Lektion 4 gehören noch:
Das Büblein auf dem Eis hier
Weinachten in böser Zeit hier
Lied Wüihnachten jümmer? hier
De Vörwüihnachtstüit hier
Dat hauge Fest hier
Homa und Hopa hier

 

Der Wüihnachtsbaum
 

Homa und Hopa sitzen beim Frühstück, sie: „Haste schon ma innen Kalenner geguckt?“  „Jau ich weiß, es ist Heiligabend“.  „Und der Wüihnachtsbaum?“ „Ich geh ja schon und hol´en aus´er Karage, kück du mol nachen Stänner“. „ So maket wir das und nimm die Bachte mit und mach´a unten ein paar Braken weg, damit die Geschenke auch alle darunner passen“.

Hopa kümmt mit dem Baum inne gute Stube und stellt die Tanne innen Stänner, der aber ein büschen lütch ist. „Wenn das man hält, das is ja ne Moijewippen för de Engel“, sacht Homa. „Vielleicht machste den boben mit´en Draht anner Wand feste?“„Ach geh mich doch laufen, wenn da alles dranne baumelt, dann hält der Baum in sich.

„Hopa putzt den Baum heraus mit Strohsternen, Kugeln, Kerzen und Lametta. „Kück doch mol, wie schön der Baum geworden ist!“ „Un was is met de Spitze?“ fragt Homa. „Oh, die habe ich wall vergetten, un nun kümm ich da nich mehr ran, mott auch mol ohne gohn“. Homa kückt son büschen bedröppelt: „Aber das Engelshaar, das machste mich noch dran!“ Wie mit Schnee bedeckt sah der Baum nun aus, stolz rief Hopa: „So nun ´nen Bier und ´nen Machollern!“ Nun hatte sich aber das Engelshaar unter seiner Armbanduhr vertöddert. Hopa ging, der Baum kamm met und lag nun twees inner Stuben.

Homa, die just inner Küchen zugange war, hörte den Bumms und rief: „Jetzt kannste de Spitze ja ganz kammeodig dranne maken!“

Na dann Frohe Weihnachten!

 
Opa saß beim Frühstück und süppelte aus dem Plockenkump. Als er dann mit der Plürre so´n büschen plämperte, da wurde Oma aber brastig. „Du Rappelkopp, die frisch geplättete Tischdecke, sogar der Prütt ist auf deinen Pölter gefallen, du Schlodderhans!“ Sie war richtig wohne. „Nun sei mal nich so pingelich, bölkst, krakehlst und dölmerst hier rum, dass man im Lusterkasten die Nachrichten  nicht mehr hören kann - nur wegen so´n Köpken Kaffe“.
 Ist doch wahr, ich hatte alles schon so muckelich gemacht, ist doch schon bald Weihnachten, da kommen doch die Kinder“.

 „Ochottochott, was kochst du denn dann?“ fragte Opa. „Jo“, sachte Oma, „Kartoffeln und dazu haben wir noch Braunatt mit Zwetschken, dann schrappe ich noch ein paar Wurzeln wegen der Gesundheit“.

„Die Kinder sind doch so sünnern, ob die Blutsoße essen?“ „Da sei man nich so bange, der Große hat sich letztes Mal den Wannst ganz schön vollgeschlagen, das Frättbuil. Und dann gibt es auch noch danach Schleckerüjje“. „Mmmmmh, was denn?“
 „Na Puttäppel, frisch aus dem Ofen. Dazu noch Kinkerlitzken wie Kekse, Bollchen, Klümpchen für die Enkelkinder. Und dass du mir dann am Sonntag nich mit deiner Bullerbuckse und den alten Puschen hier rumsitzt, Donnerawetter!

 Opa plockte sich noch stickum den Knust in den Kaffe, war aber wieder so´n büschen bollerich und die ganze Tasse fiel auf den frisch geklopften Teppich.
 “