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Lippske Austern von August Wiemann

Wecket es iuse leuweste Fest, Wüihnachten, Austern eoder Pingsten? Wat diu up düsse Froge för ´ne Antweort kriegst, kümmt ganz up den an, de düi de Antweort gift. Frögst diu seon kleunen Büi'l, de nau seo recht van Herten ant Christkindken glöwt, dann kannst diu secker süin, datt eohne Besinnen Wüihnachten meunt werd. Seo wat wunnerhaftig Schönet gift et doch süß nich wedder.
Kickst diu büi düiner Froge eun Lüit an seo van siebentöjjen Johr'n, dat oll den eursten Meubaum achtern Kamerfenstern funnen hät, dann wedde eck, diu kriegst Pingsten teo hoiern un eun soitet Lachen teo seuhn. Neudigst diu öbber met düinen Weort seon richtigen lippsken Jungen, seon Diusendstrick un Siusewams twisken töjjen un fiftöjjen Johr'n, dann kannst diu düi up Austern gefaßt maken. Un eck will düi auk söggen, worümme.
Austern es dat Fest, an den iuse Jungens an'n meisten teo söjjen un teo maken hä't. Un dat gefällt düssen Flüigups un Rüitensplüits an'n besten. Och jo, de leuwe Auster- un Jungenstüit. Lott düi vertellen, wo wüi Dörpjungens in iuser Kinnertüit Austern föiert hä't.
Iuse Austerdag fängt ganz freoh an. Nau es de Sunne nich upgohn un de Heben werd seo eben helle. Öbber oll weckt müi de Grautmodder. Eck mott Austerwater halen iut der Reulebieke. Wo schwanke wer' eck vandage teogange. Et es jo Austern un eck draf de rechte Tüit nich verpassen. Eck niehme de Steunkriuken in de Hand un pätker laus. Austerwater es Wunnerwater, es geot för ollerhand Gebrecken, för schlemme Augen, liurge Beune, kranke Herten un et hölt sick dat ganze Johr frisk. Bleos euner mot't richtig teo halen verstohn. Met keunen Minsken drafst diu up düinen Uchtegange kür´n, iut'er fleutenen Bieke moßt diu dat Austerwater niehmen, biekedal moßt diu de Kriuken haulen un vulllaupen loten. Eck weut Besçheud un make olles triuhaftig un recht.Teo kür'n es müi verbo'en, öbber nich teo lustern. Up'n Paddwege in'er Wiese hoier eck de Austerlerche. Datt seu seo froeh singt un seo hauch schwebet un seo weuk un füin trillert, es nich teo verwunnern, dat kümmt euner Austerlerche teo. Öbber wat hä't de annern Vügel dann olle teo söggen? Up'n Wie'enbaume an'n Wiesenranne stöttert dat Gellgäusken: „'t es, es, es Tüit! 't es, es, es Tüit!“ Dat gelt müi un eck niehme den Paddweg nau schwänker unner de Foite. Öbber up´n haugen Ellerbaume sitt'n Beokfink un röppt müi oll  van wüi'en inne Moite: „Wutte, wutte, wutte mol'n beten hastig süinl“ Un de Nettelkönig schellt un schännert seo hille un helle up süiner Deuernhucht, os wenn eck lange teolate kommen wör' un dat Beste versüimt hedde. Öbber eck söjje nicks, schänner auk nich wedder, laupe bleos flink os'n Elken mitten up dat Holtsteg, lögge müi platt un lote müine Kriuken vullaupen. De Bieke schellt nich. Seo klor un helle kickt seu müi an, seo sachte un doch seo düitleck es seu an'n rüiskern, un an'n schmüiskern, dat eck'r müi dat Leuweste büi denken kann. Un wenn dat Water auk nau seo flink unner'n Stege herlöpt, eun betken krüige eck doch jümmer in müine Kriuken un eune, tweu, dreu es heu vull. Düttmol häbb'eck naumol gewunnen un dütt Johr sind wüi hulpen. Öbber hauge Tüit was't auk wesen. Os eck wedder up'n Pattwege in'r Wiese sin, geuht de Sunne up. Nau heller un flüidiger singt niu de Lerche, öbber teon Lustern es keune Tüit. De Sunne geuht up un dat Austerlämmken mot danßen. Eck küike un küike, waske müi auk tenger de Augen met Austerwater, kann öbber nau keun Lämmken hüppen seuhn. 'ne lütke Wolke met güll'nen Rännern tüit sick vör der Sunnen weg un vergeuht dann ganz. Dat es öbber auk olles. Met den Austerlämmken häbbe eck eunmol keun Glücke. Eoder soll dat öberhiupt nich stimmen? Öbber met den Austerwater dat hät süine Richtigkeut, dat häbb´ eck sülmst iutprobeuert. Sach eck auk dat Lämmken nich van den Wasken met Austerwater, de Augen blieben müi dat ganze Johr öber klor, un de Appetoit verlaus sick auk dat ganze Johr nich no den Drunke iut der Austerkriuken. In'n Magen wirket dat Wunnerwater seogar sunnerlick rask. Wat för'n Hunger bring' eck met no Hius! Geot, dat de graute Austerstiuten oll up'n Diske liegt. De geuht herin met süinen weuken Rosinen un Korinthen os de' Polezei in de Hüiser. Un geot, dat de Broierkens nich olle Austerwater drunken hadden, de ganze graute Austerstiuten wör' süß oll in'r Uchte vertehrt wor'n. Austern fängt doch eurst an. Austermor'n es nau Kerkgang, Austermiddag gift et Mehlpankeoken, dicken Rüis un arme Ridders. Bät Kaffeetüit wird Bleomen socht. Dat lot't an Austern auk wüi Jungens us nich niehmen. Et es jo seon scheunen warmen Sunnendag. Dat aule Weort hät mol wedder recht hat: „Witte Wüihnachten, groine Austern!“

Achter den Tüinen wajjet witte Austerbleomen in´n Winne met ühren kriusen Lauwe. In´n Steunkiuhlenbuske, wo up den steunigen Boden keun Wauld recht wassen will, wo bleos hür un do seo'n kröppel'gen Baum wäßt un de Sunne bät ganz up den Moosgrund schint, es olles blau van wunnersdıönen Sternbleomen. In'n Waule öbber sprütt juste de Wauldmester seo eben iut, un dat es de beste Tüit teon Plücken. Hänne un Tasken häw' wüi vull, wenn wüi Kaffeetüit wedder kommt, un de Mohltüit es no iuser Meununge redleck verdeunt. Wüi sind dann auk nich bleu'e un lott us nich neudigen. De Modder kümmt met'n nüjjen Stiuten teo Diske un wüi deot auk den olle Ehre an. Iuse Austerwerk wickelt sick dann wüider af. Niu kümmt bät in de Obendtüit dat Eujersammeln an de Rüihe. Austerhasen, de Eujer löjjet, gift et nich büi us up'n Dörpe. Hasenbotters kennt wüi wall, öbber keune Haseneujer. Doch wüi kommt auk seo teo Eujern, goht van Hius teo Hius, singet un sammelt un kommt up ollen Stie'en leuf un wert. Dat es jo keun Beddeln un Hamstern, dat es geot, ault Austerwerk.
„Leuwe Mömme gif us watt,
lott us nich teo lange stohn,
Wüi wilt nau'n Hüisken foider gohn,
van hür bät no Köln.
Köln dat liegt nau wüi'er hen,
do goht nau jümmer meihr hen:
Eune eoder tweu, tweu eoder dreu.
Tweu wi' wüi in de Pann'n schlo'en
un eune wi' wüi behaulen.“
Klocke sesse, siem was dat Singen un Sammeln teo Enne un'n half Dutzend Austereujer wörden in de Pann”n schlagen. Viel Tüit was dobüi nich teo verleusen, wüi hadden et wörkleck druck. Fackeltog un Austerfüier dröften nich versüimt wern. Et was jo olles parot. Eune dicke rau'e Runkel was iuthöhlt, up'n langen Stocke fastemakt un Hei'n (Hede) un Fichtenharz was 'r inpröpt. Up'r Egge öbber lag dat graute, graute Austerfüier. Wiekenlang hadden wüi doteo schlürt. Ganze Tüine hadden wüi iutschlüchtert, vör keunen Deuern wör'n wüi bange wesen, keun Wie'nbaum was us teo dicke, keune Dracht teo schwor un keun Weg teo wüit. I'use Füier konn sick seuhn loten. Wat dat wall flacker! Met Jiuchen stickt wüi niu iuse Fackels an, met Jiuchen un Singen geuht et de Egge herup. Van ollen Süiten kommt cle Austerfüierjungens met ühren Runkellüchten teohaupe un schließleck es dat  ganze junge Volk in'n Troppe. Eune Fackel werd niu in dat dreuge Austerholt schmieten, un hauge, hauge richtet sick dat Füier in de Höchte. Öbber nau höchter stiegt de Kinnerfroide un nau höchter flügt dat Singen. Un heller os dat hellste Füier lüchtet hunnert Kinneraugen. Wüi danzet üm dat Füier, wüi springt dür den Damp, wüi schlo'et Füierringe in 'r Luft un makt teoleste auk de Lüitens schwart. Auk graute Jungens un Lüitens sin do un hä't ühr´n Spoß an'n Füier. Afscheudsleuer werd sungen. Eunen Dag no Austern goht jo olle de Tichlers in de Frömde no Freusland, int Bergeske, an de Elwe un wer weut wohen olle. Kann euner 't'n verdenken, dat seu vandage naumol recht vergneuget teohaupe sind un Afscheudsleuer singt?
„Heut sehn wir uns zum allerletzten Mal,
dann geht's nach Afrika, dann geht's nach Afrika! “
Öbber olles hät mol'n Enne. Auk dat grötste Füier brennt iut, un de kriegelste Junge werd teoleste moi'e un geuht stille no Hius. Hür un do flügt nau'n Leud dür de weuke Luft, niu helle un öbermoidig, niu sinnig un weuhmoidig. Öbber auk dat hoirt up un dat leste Weort behölt auk düttmol de stille, stille Nacht. Bleos Austerdräume drüwet ümmegohn un metkür'n.
Austertüit un Kinnertüit, wat bist diu rüik!

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rascheln, rauschen

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schmiegen

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Sausehemd

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Steinkrug

tenger

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