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Plattdeutsche Ecken 2008

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Ollerhand öwwer den Januar              12.01.08

No iusen Kalenner ess de Januar ja de örste Monat in´n Johr. Dat ess nich jümmer seo wesen: büi den Römers hät dat Johr met den März anfangen. In´n Johr 153 v. Chr. word de Johretanfang van´n örsten März up den örsten Januar verschoben un do hät de Januar auk süinen Nomen kriegen. De Monat ess no den römisken Gott Janus noimt, de tweu Gesichter hät. Eunet kickt trüjje in dat aule und eunet kickt vörwärts in dat nüjje Johr. An´n örsten Januar hät de Römer den Gott Janus Opfergowen brocht, domet heu den nüjjen Johr süinen Sejen giewe.

In Südduitskland wärt auk Jänner teo den Monat sächt un eun auler duitsker Nome för den Monat ess Hartung. De Januar fängt jümmer met den sülwen Weckendag an os de Mai van´n Vörjohr. Dat was 2007 eun Dinskedag un dorümme es auk de örste Dag in´n Januar 2008 eun Dinskedag.

De wichtigste Füerdag in´n Januar was frohr de „Könjesdag“ (= Heilige drei Könige). Met den Könjesdag gink de Tüit twisken den Johrn teo Enne un dat nüjje Arböjjejohr met nüjjen Sorgen un Froiden, nüjjen Pflichten un nüjjer Arböjje feng an. De Tüit twisken Wüihnachten un den Könjesdag word keunen Johr teoräcket un in düsser Tüit droffte nich sponnen oeder buiket wern. De Könjesdag was in´n Lippsken keun offizieller Füerdag, öber heu gull os „halwer“ Füerdag. An düssen Dag sind keune grauten Arböjjen maket worn. Platenau vertellt, dat an´n Könjedag keun Korn met de Maschüine dosken word. De vellen Luie, de dorför briuket worn, hät man an düssen Dag wall nich teohaupe bracht. Bät teon Könjesdag bleiw frohr auk de Wüihnachtsbaum in de Stoben stohn; den Briuk gifft et ja auk vandage nau.

Allerhand über den Januar   12-01.08

 Nach unserem Kalender ist der Januar ja der erste Monat im Jahr. Das ist nicht immer so gewesen: bei den Römern hat das Jahr mit dem März angefangen. Im Jahr 153 vor Christus wurde der Jahresanfang vom ersten März auf den ersten Januar verschoben und da hat der Januar auch seinen Namen bekommen. Der Monat ist nach dem römischen Gott Janus benannt, der zwei Gesichter hat. Eines guckt zurück in das alte und eines guckt vorwärts in das neue Jahr. Am ersten Januar haben die Römer dem Gott Janus Opfergaben gebracht, damit er dem neuen Jahr seinen Segen gibt.

 In Süddeutschland wird auch Jänner zu dem Monat gesagt und ein alter deutscher Name für den Monat ist Hartung. Der Januar fängt immer mit demselben Wochentag an wie der Mai vom Vorjahr. Das war 2007 ein Dienstag und darum ist auch der erste Tag im Januar 2008 ein Dienstag.

 Der wichtigste Feiertag im Januar war früher der Königstag. Mit dem Königstag ging die Zeit zwischen den Jahren zu Ende und das neue Arbeitsjahr mit neuen Sorgen und Freuden, neuen Pflichten und neuer Arbeit fing an. Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Königstag wurde keinem Jahr zugerechnet und in dieser Zeit durfte nicht gesponnen oder gewaschen werden. Der Königstag war in Lippe kein offizieller Feiertag, aber er galt als halber Feiertag. An diesem Tag wurden keine großen Arbeiten gemacht. Platenau erzählt, dass am Königstag kein Korn mit der Maschine gedroschen wurde. Die vielen Leute, die dafür gebraucht wurden, hätte an diesem Tag wohl nicht zusammengebracht. Bis zum Königstag blieb früher auch der Weihnachtbaum in der Stube stehen; den Brauch gibt es ja auch heute noch.